Waldorfkindergarten am Häusling e.V.

Spiel mit Wolle

Unser Bildungsverständnis: „Am Leben Lernen“

In seiner Entwicklungspsychologie charakterisiert Rudolf Steiner das kleine Kind, indem er sagt, es sei „ganz Sinnesorgan“, und verweist damit auf die Art des Kindes, einen Zugang zur Welt zu erlangen. Alles, was es erlebt und erfährt, geschieht über die Sinne. Dies bedeutet, dass der Lernort in der Vorschulzeit der Lebensraum des Kindes ist. Es lernt und bildet sich in der Eingebundenheit, nicht aber in der Distanz zu den Ereignissen. Alles, was es erlebt und erfährt, nimmt es über die Sinne wahr. Dabei entsteht ein inneres Bild, eine Vorstellung von den äußeren Verhältnissen. Die Welt original erleben und somit am Leben lernen ist die Voraussetzung, dass das Kind ein reiches Vorstellungsleben und ein waches Denken bilden kann. Die Grundvoraussetzung, damit dies gelingen kann, ist eine liebevolle, von Achtung getragene Beziehung zwischen der Erzieherin und dem Kind. Beziehungs-Aufbau und Beziehungs-Pflege hat für uns einen hohen Stellenwert.


Diese elementarste Form der Bildung betrachten wir als Teil der menschlichen Bildungsbiographie. Sie ist die Basis des weiteren Bildungsverlaufs. Mit unserer Pädagogik gewährleisten wir diese Erfahrungs- und Bildungsvielfalt.


Mit der Einwilligung der Eltern dokumentieren wir für unsere pädagogische Arbeit die Bildungsverläufe der Kinder und übergeben die Aufzeichnungen zum Ende der Kindergartenzeit an die Eltern.

Pädagogik

Spiel mit der Schaukel

Waldorfpädagogik und Religion

Die Waldorfpädagogik ist eine nach christlichen Grundwerten ausgerichtete Pädagogik, die sehr freilassend wirksam ist. So wird der christliche Aspekt nicht verbal-belehrend an die Kinder herangetragen, sondern Haltung und Tun der Vorbild-gebenden Erwachsenen ist geprägt von gegenseitiger Achtung und Wertschätzung. Kinder und Eltern unterschiedlichster Nationalitäten und Konfessionen erfahren hier ein tolerantes Miteinander.


Die Natur-Wald-Gruppe

Das Kind im Kindergartenalter braucht Wirklichkeit. Nur durch seine Wahrnehmungen, sein Erleben der Welt, erschafft sich das Kind im ersten Lebensjahrsiebt ein Bild von der Welt. Dieses Bild prägt später seine Vorstellungen und damit sein Verhalten.


Mit unserer Natur- und Waldgruppe bieten wir den Kindern eine Vielzahl von wirklichen, realen Erfahrungen. Durch das Leben in und mit der Natur werden alle Sinne angesprochen und gefördert.


Ein geordneter Tageslauf (mit Morgenkreis, Frühstück, Freispiel in Wald und Garten, Märchenkreis, Mittagessen, Freispiel draußen) und ein geordneter Wochenrhythmus und Jahreslauf geben den Kindern Sicherheit und Geborgenheit. Einmal in der Woche nehmen die Kinder an der Eurythmie im Kindergartengebäude teil.


Das Waldgebiet auf dem Häusling-Berg ermöglicht den Kindern täglich einen vielfältigen, ursprünglichen Erfahrungs- und Erlebnisraum. Eigentätigkeiten wie klettern, balancieren, graben, sammeln, längere Strecken wandern gehören zum selbstverständlichen Bestandteil des Tages, ebenso das Wahrnehmen von Jahreszeiten in der Natur, Wetterlage, Tierstimmen, usw.


Vielfältige Tätigkeiten in und um unseren Garten herum (werken, bauen, Gartenpflege, usw.) geben den Kindern ein reichhaltiges Angebot zum Mitgestalten und Lernen.


In unmittelbarer Nähe des Kindergarten-Hauptgebäudes befindet sich dieses große Gartengelände, das der Gruppe zur Verfügung steht. Auf dem Gelände steht die Holzhütte, die im Winter mit einem Holzofen beheizt werden kann. In der Hütte gibt es einen Toilettenraum und eine Abstellkammer. In der Gruppe werden 18 Kinder im Alter von 3-6 Jahren von zwei Erziehenden betreut. Die Gruppe ist von 7.00 – 14.00 Uhr geöffnet. Die Abholzeiten sind um 12.15 Uhr (vor dem Mittagessen) oder in der Zeit von 13.45 – 14.00 Uhr. Das Frühstück und das Mittagessen (warme Speisen in einer speziellen Wärmebox) erhält die Gruppe täglich aus der Küche des Kindergartens. Die hohe Qualität der biologisch erzeugten Lebensmittel wird auch in dieser Gruppe gewährleistet.


Das Spiel der Kinder findet vorwiegend im Freien statt. Hier können sie nach eigenen Impulsen ihr Spiel bestimmen. Als Spielmaterial dient alles, was die Kinder finden: Steine, Moos, Äste, Eicheln, usw. Die Bewegungsentwicklung der Kinder wird durch das Spiel in Garten und Wald besonders intensiv gefördert.


Das Zusammenleben draußen fördert insbesondere die emotionale und geistige Ausgeglichenheit der Kinder. Zum anderen lässt es die Kinder ihre eigenen Grenzen und die der anderen Kinder erfahren. Alles wird unmittelbar und zusammenhängend erlebt und begriffen. Einen behutsamen Umgang mit Pflanzen und Tieren leben wir bewusst vor und wird von den Kindern nachahmend mit-vollzogen.


Die Eltern sind aktiv in die Pflege und Gestaltung des Gartengeländes einbezogen.

Rudolf Steiner (1861 – 1925)

1879-1883 Studium der Mathematik und Naturwissenschaften an der Technischen Hochschule in Wien

1891 Promotion zum Dr. phil. an der Universität Rostock mit einer Arbeit über „Die Grundfrage der Erkenntnistheorie“

1884-1897 Herausgeber der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes sowie der Werke Schopenhauers und Jean Pauls

1893 Veröffentlichung der „Philosophie der Freiheit“, welches als Steiners philosophisches Hauptwerk gilt

1895-1900 Steiner arbeitet am Nietzsche-Archiv

1897-1900 Herausgeber des Berliner „Magazin für Literatur“ zusammen mit Otto Erich Hartleben

1899 Eheschließung mit Anna Eunike (stirbt 1911)

1902 Steiner wird Generalsekretär der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft

1904 Veröffentlichung der „Theosophie“ als eines der Hauptwerke der späteren Anthroposophie

1910 Veröffentlichung von „Die Geheimwissenschaft im Umriss“

1911 Entwicklung der Eurythmie als neuer Bewegungskunst

1913 Auflösung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft

1913 Steiner wird Ehrenpräsident der 1912 gegründeten Anthroposophischen Gesellschaft

1914 Eheschließung mit Marie von Sivers

1913-1919 In Dornach bei Basel entsteht das „Goetheanum“ als Zentrum der Anthroposophischen Gesellschaft

1919 Gründung der ersten Waldorfschule in Stuttgart, deren Leitung Steiner übernimmt

1913-1925 Steiner gründet mit der Ärztin Ita Wegmann die Anthroposophische Medizin; Steiner regt die biologisch-dynamische Landwirtschaft an

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1926 Erster Waldorfkindergarten (Stuttgart)

Was ist uns für Ihre Kinder wichtig?

Der Waldorfkindergarten am Häusling ist ein „Haus der Kinder“. Die Kinder sind keine Gäste, sondern sie leben hier, oft täglich viele Stunden und bringen hier einen Teil ihrer frühen Kindheit gemeinsam mit ihren Erzieherinnen zu.


Wir legen viel Wert auf eine familiäre Atmosphäre in den Gruppen: Der Kindergarten-Tag bietet eine Fülle von sinnvollen und anregenden Erlebnissen und Erfahrungsmöglichkeiten, in der täglich wiederkehrend der Tag, die Woche und das Jahr zeitlich gestaltet und strukturiert sind (gemeinsames Spiel der Kinder, Essenszubereitung und gemeinsame Mahlzeiten, mitbeteiligt sein an Raumpflege und Raumgestaltung, gemeinsame handwerkliche Tätigkeiten, Naturerleben und das Feiern von Festen).

Im Wald
Spiel in der Waldgruppe
Spiel im Herbst

Alle Texte und Bilder unterliegen dem Copyright der Einrichtung Waldorfkindergarten am Häusling e.V.